2010-01-04 Warum Wale stranden

DVD Cover Warum Wale stranden

Lärm ist nicht nur für den Menschen eine Belastung, auch und besonders für den Lebensraum Ozean ist Lärm eine Gefahr. Der ZDF-Zweiteiler 'Das Geheimnis der Wale' bringt diese Thematik zum ersten Mal an eine breite Öffentlichkeit: zunehmende Lärmbelästigung stört die Navigation der Wale, sei es durch Explosionen unter Wasser bei der Suche nach neuen Erdöl- oder Erdgasvorkommen, zunehmendem Schiffsverkehr oder durch die Erprobung neuartiger Sonarsysteme im tief- und mittelfrequenten Bereich. Hierbei handelt es sich um hochleistungsfähige Systeme zum Aufspüren leiser Schiffe oder U-Boote, die extreme Lautstärken von bis zu 235 db produzieren können: mit dem Navy Umrechnungsfaktor entspricht dies dem Pegel, der ca. 7 Meter entfernt von einer startenden Saturn V-Rakete herrscht!

Zum Vergleich: Für das menschliche Ohr wird es ab 85 db gefährlich. Laut Berufsgenossenschaft ist das Gehör ab 90 db auf Dauer gefährdet! Im Ohr befinden sich ca. 20.000 Haarzellen; eine durch zu hohe Lärmbelastung geschädigte Haarzelle zermürbt und stirbt ab. Schwerhörigkeit ist unheilbar, denn Haarzellen können nicht nachwachsen! 

Wir unterscheiden 3 Hauptlärmquellen:

Boots- und Schiffsverkehr: In ihren Studien fand sie heraus, dass Wale ab 120 db Verhaltensänderungen an den Tag legen. Diesen Lärmpegel erreichen bereits kleinere Boote, wie sie hier auf Maui zuhauf unterwegs sind. Die Wale schwimmen 2 bis 3 Mal schneller als sonst, um dem Lärm zu entkommen. Supertanker, die mit ihren 190 db 3.200 mal (!) lauter sind, kündigen ihr Kommen unter Wasser bereits einen Tag vorher an!

Air guns: Diese werden von der Industrie eingesetzt, um Öl- und Gasvorkommen unter Wasser zu orten. In Zeiten knapper werdender Rohstoffe nimmt der Einsatz der so genannten 'air guns' dramatisch zu. Mit deren Hilfe wird mittels Sound der Meeresboden 'abgetastet'. Alle 5 Sekunden wird ein ca. 250 db lauter 'sound blast' abgesetzt. Hyrofone nehmen das Echo auf und somit lässt sich feststellen, ob sich Öl- oder Gas unter dem Meeresboden befinden. 250 db ist 3,2 Millionen mal lauter als 120 db und das Lauteste, was Menschen bisher an Lautstärke produzieren konnten (abgesehen von Dynamit). Momentan gibt es in den USA Bestrebungen, die gesamte US-Küste mit 'air guns' 'abzutasten'.

Sonar: Hier sind die hauptsächlich militärisch genutzten Sonarsysteme gefährlich: niedrig- und mittelfrequente Systeme, die leise U-Boote detektieren sollen. Die Normallautstärke ist hier 215 db: diese Lautstärke ist laut Navy-Angabe in einem Gebiet von 3,9 Mio. Quadratkilometern zu hören! Somit ist ein Sonartest im gesamten Nordpazifik hörbar. Das Problem hierbei ist, dass diese Test oftmals in Gebieten durchgeführt werden, in denen sich Wale befinden. So ist es nicht verwunderlich, dass es eine signifikante Zunahme von Walstrandungen gibt, die mit Sonarversuchen in Verbindung gebracht werden. Ein direkter Zusammenhang wurde mittlerweile bewiesen.

Die als Detektivgeschichte aufgemachte Suche nach diesem Zusammenhang zeigt der Film 'Warum stranden Wale?' - bei uns im Shop für nur 9,90 € incl. Versand erhältlich!

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