Wissenswertes über Buckelwale

Familiengeschichten

Die Ordnung der Meeressäugetiere unterscheidet zwischen zwei Unterordnungen: die Zahnwale (Orcas, Pottwale) und die Bartenwale, zu denen der Buckelwal gehört. Er selbst hat fünf weitere Familien- mitglieder – insgesamt gibt es ca. 80 Walarten – Blau-, Finn-, Sei-, Bryde- und der Zwergwal. Somit vereinen sich sowohl der größte (Blauwal) als auch der kleinste Wal (Zwergwal) in dieser Familie. Der Blauwal selbst ist das größte Tier das je auf unserem Planeten gelebt hat: er kann über 30 Meter lang und bis zu 180 Tonnen schwer werden. Dabei ist sein Herz so groß wie ein Kleinwagen! Der Zwergwal dagegen wird "nur" 9 Meter lang...

Wir von Whalesong konzentrieren uns auf den größten und berühmtesten Besucher der Gewässer um Hawaii – den Buckelwal:

Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Meeressäugetiere (Cetacea)
Unterordnung: Bartenwale (Mysticeti)
Familie: Furchenwale (Balaenopteridae)
Art: Buckelwale (Megaptera novaeangliae)

Warum heißt der Buckelwal eigentlich Buckelwal?

Namensgeber waren wohl die ersten Walfänger, die die Wale nach ihren Beobachtungen benannten: beim Abtauchen machen die Wale einen regelrechten "Buckel", eine Charakteristik, die sie von anderen Walen unterscheidet.

Es gab auch Theorien, die den Namen auf Beulen an den Flippern und am Kopf zurückführten. Diese Beulen enthalten so genannte Haarbälge – Poren, aus denen Haare wachsen.

Wie alt werden Buckelwale?

Man schätzt eine Lebenserwartung von bis zu 50 Jahren, vielleicht auch länger. Auch hier gibt es offensichtlich noch keine gesicherten Erkenntnisse. Das Alter eines Buckelwales kann anhand des Wachs- pfropfens im Ohr des Wales bestimmt werden, der verhindert, dass Wasser ins Ohr gelangt. Der Wachspfropfen besteht aus mehreren Schichten, ähnlich den Jahresringen eines Baumes. Diese verschie- denen Schichten entstehen durch den Aufenthalt der Wale in Hawaii und Alaska, wobei das sich bildende Wachs in Alaska dunkler ist. Die Anzahl der Schichten gibt Aufschluss über das Alter der Wale - aller- dings nicht exakt, da die Wale nicht jedes Jahr diese Wanderung unternehmen. Will z. B. ein Weibchen nicht wieder schwanger werden, bleibt es einfach in Alaska und bekommt so keine weitere Schicht Wachs dazu.

Wie viele Buckelwale gibt es?

Die Schätzungen der heute noch lebenden Wale gehen weit auseinander – manche sprechen von 5.000-7.000 Tieren, andere wiederum von 12.000-14.000 Tieren. Medienberichte aus dem Jahr 2007 sprechen gar von 30.000 Tieren. Selbst wenn es so wäre: dies ist lediglich ein Bruchteil der ursprünglich geschätzten Population von ca. 125.000 Tieren. Der Buckelwal wird somit nach wie vor von der Artenschutz-organisation World Conservation Union als gefährdet eingestuft. Erst 1963 wurde der Buckelwal von der Internationalen Walfangkommission (IWC) unter Schutz gestellt.

Findet man Buckelwale in allen Meeren?

Buckelwale sind weltweit verbreitet – das National Marine Sanctuary spricht von 6 verschiedenen Populationen weltweit. Whalesong konzentriert sich auf die Population des Nordpazifiks. Der Großteil dieser Population (ca. 60 %) hält sich im Winter in den wärmeren Gewässer vor Hawaii auf. 30 % zieht es vor die Küste Mexikos in die Baja of California oder zu den südlichen Inseln von Japan; die restlichen 10% bleiben in Alaska. Man findet sie häufig in Küstennähe in relativ flachem Wasser. Das gibt uns die Möglichkeit, die Wale gut beobachten zu können: auf Hawaii kann man die Wale oft vom Strand aus sehen! Sie sind jedoch nicht das ganze Jahr über vor Hawaii, erst Ende Oktober kommen die ersten Wale zur Paarungszeit in die wärmeren Gewässer, in denen auch der Nachwuchs der Wale zur Welt kommt – Anfang Mai machen sich dann die letzten, mit ihrem neugeborenen Nachwuchs auf den weiten Weg nach Alaska zu ihren Nahrungsgründen.

Unterscheiden sich die Populationen des Nord- und Südpazifiks?

Die Buckelwale des Nordpazifiks (Alaska, Hawaii, Japan, Mexiko) sind in der Regel an der Unterseite der Fluke, der Brustflossen sowie an den Kehlfurchen dunkler als die Population des Südpazifiks (Antarktis, Australien, Südseeinseln). Während die Buckelwale vor Hawaii mit dem Kopf nach unten singen, so ist es bei den Buckelwalen im Südpazifik genau umgekehrt.

Vermischen sich die Populationen des Nord- und Südpazifiks?

In der Regel findet keine Vermischung statt. Da die Jahreszeiten der beiden Halbkugeln genau entgegengesetzt sind, wandern die Buckel- wale des Nordpazifiks im Mai Richtung Alaska, während die des Südpazifiks Richtung Australien und Südsee wandern. Im Oktober findet dieses Schauspiel dann in die entgegengesetzte Richtung statt. Keine Regel ohne Ausnahme: in einer Walsaison fiel Forschern auf Hawaii ein Buckelwal mit schneeweißer Fluke auf. Da der Wal in der Fotodatenbank nicht zu finden war, schickte man ein Foto der Fluke an Walforscher der Südhalbkugel - prompt meldete sich Australien: "Hey, das ist unser Wal!"

Wie kann man einzelne Buckelwale identifizieren?

Die Unterseite der Schwanzflosse - Fluke genannt - ist bei jedem Wal unterschiedlich und so ein unverwechselbares Merkmal, ähnlich dem Fingerabdruck bei uns Menschen. Die Fluke des Wales kann unterschiedlich schwarzweiß gemustert sein, sie kann Narben haben, die von einem Zusammenstoß mit einem Boot oder einem Haiangriff stammen können. Die Fluken werden fotografiert und Forscher haben die Möglichkeit auf eine spezielle Datenbank zuzugreifen, in der sämtliche Fotos archiviert sind. Diese Vorgehensweise nennt man Foto-Identifikation. Dadurch hat man die Möglichkeit aufschlussreiche Erkenntnisse über ihre bevorzugten Nahrungsgründe, ihre Wander- routen und über ihr Verhalten in der Gruppe zu gewinnen.

Wie lange können Buckelwale tauchen?

Bis zu 45 Minuten - in der Regel tauchen sie jedoch 15-20 Minuten, immer davon abhängig, was sie gerade tun. Sind Wale in einem so genannten "competition pod" (mehrere ausgewachsene Männchen streiten sich um die beste Position bei dem einen Weibchen in der Gruppe) unterwegs, oftmals in schneller Geschwindigkeit, miteinander kämpfend, aus dem Wasser springend, kostet das natürlich viel Kraft und so tauchen sie nach 5-10 Minuten schon wieder zum Atmen auf. Weichen sie jedoch lauten Bootsmotoren aus, hat man beobachtet, wie sie bis zu 45 Minuten an einer Stelle ruhig verharren und an der gleichen Stelle auftauchen, an der sie abgetaucht sind.

Schlafen Buckelwale?

Man kann es wohl nicht direkt schlafen nennen – es ist eher ein dösen. Buckelwale atmen nicht intuitiv, das heisst, sie müssen daran denken zu atmen - so wie wir Menschen unter Wasser. Allerdings haben sie die Fähigkeit, eine Hälfte ihres Gehirns "abzuschalten", um sich ausruhen zu können. Die andere Hälfte des Gehirns denkt an das Atmen, achtet auf natürliche Feinde oder auf das Walbaby, wenn es ein Muttertier ist.

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