Körper der Buckelwale
Welche besonderen Merkmale haben Buckelwale?
Buckelwale unterscheiden sich von ihren anderen Familienmitgliedern - ein Merkmal jedoch ist bei allen sechs Familienmitgliedern gleich: die so genannten Kehlfurchen – daher auch der Familienname "Furchenwale". Sie verlaufen vom Kinn bis zum Bauchnabel oder anders ausgedrückt bis hinter den Ansatz der Brustflossen, auch Flipper genannt, die an der Vorderkante Beulen aufweisen. Diese Brustflossen machen den Unterschied zu den anderen Walen aus – sie machen ca. 1/3 der Körpergröße aus und sind je nach Körpergröße mit ca. 4 bis 5 Metern außergewöhnlich lang. Daher auch der wissenschaftliche Name "Megaptera novaeangliae", was so viel heißt wie "Großer Flügel von Neuengland". Warum die Flipper so lang sind ist bis heute ein Rätsel, genau so wie die Tatsache, dass sich die Wale manchmal stundenlang auf die Seite legen und eine Brustflosse in die Luft heben – so, als ob sie jemandem winken würden. Dieses Verhalten ist hauptsächlich in den Paarungsgebieten zu beobachten.
Wie groß werden Buckelwale?
Sind sie bei der Geburt bereits ca. 4 Meter lang und ca. 1 Tonne schwer, so können ausgewachsene Buckelwale (das ist im Alter von ca. 12 Jahren) bis zu 16 Metern lang und über 40 Tonnen schwer werden, wobei die Weibchen größer und schwerer als die Männchen sind. Ihre Fluke ist dann fast 5 Meter breit, ebenso lang sind ihre Brustflossen. Muskeln machen 40% ihres Gewichtes aus!
Wie gut können Buckelwale sehen?
Buckelwale können sowohl unter als auch über Wasser gut sehen. Das Auge hat sich optimal angepasst: Tränendrüsen erzeugen einen Fettfilm, der das Auge gegen das Salzwasser schützt. Die Linse ist elastisch und kann per Muskelkraft an die jeweiligen Lichtverhältnisse angepasst werden. Der Buckelwal kann selbst unter Wasser über 150 Meter weit sehen.
Sind Wale farbenblind?
Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt/M., am Alfred-Wegener-Institut in Bremen und an der Universität Lund in Schweden haben bereits im April 2001 entdeckt, dass Walen und Robben die Blauzapfen fehlen. Diese Meeressäuger besitzen nur Grünzapfen und sind damit farbenblind, denn mit nur einem Zapfentyp sind keine Farbunterscheidungen möglich. Hingegen verfügen die an Land lebenden Verwandten der Wale und Robben noch über beide Zapfentypen. Der Verlust der Blauzapfen bei den Meeressäugern erscheint paradox, weil in klarem Meerwasser das Licht mit zunehmender Tiefe immer blauer wird. Der Wegfall des Farbensehens könnte die visuelle Informationsverarbeitung im Gehirn vereinfacht haben, wodurch Kapazitäten für andere sensorische Leistungen frei wurden. So haben viele Wale ein Echoortungssystem entwickelt, mit dem sie sich in ihrem Lebensraum orientieren können.
Was ist ein Blas?
Kommt ein Buckelwal nach einem "Tauchgang" zum Atmen an die Wasseroberfläche, stößt er die verbrauchte Atemluft über seine beiden Blaslöcher mit einer Geschwindigkeit von über 400 km/h aus. Die dadurch entstehende zwei bis drei Meter hohe Fontäne nennt man "Blas". Dabei tauscht der Buckelwal ca. 80% seines fast 9500 Liter großen Lungenvolumens aus - im Vergleich dazu sind es bei uns Menschen gerade mal 15%. Die eingeatmete Sauerstoffmenge wird im Blut und zu über 40% in den Muskeln gespeichert, was den Walen ermöglicht bis zu 45 Minuten unter Wasser bleiben zu können.
Was sind Barten?
Barten sind hornige Platten, die von beiden Seiten des langen Oberkiefers herunterhängen. Die Zahl der Barten ist von Art zu Art unterschiedlich, bei Buckelwalen sind es in etwa 250-450 Stück, die ca. 60-90 cm lang sind. Sie bestehen aus einem ähnlichen Material wie die Fingernägel bei uns Menschen oder die Außenseite des Horns beim Rind. Die Barten sind lamellenförmig angeordnet und filtern die aufgenommene Nahrung aus dem Wasser, welches aus dem geschlossenen Maul gepresst wird. Die Nahrung verfängt sich an den borstenartigen Enden und wird dann geschluckt.






